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Paris: Besetzung des Serbischen Kulturzentrums - ASI-Solidaritätsaktion der CNT-IAA

Am Samstag, den 17. Oktober 2009, pünktlich um 14 Uhr hat ein Dutzend Genos/innen der französischen CNT-IAA das Serbische Kulturzentrum in Paris besetzt, das sich gegenüber dem Museum für zeitgenössische Kunst (Beaubourg) befindet.

Die Aktion fand statt aus Protest gegen die Entführung von sechs jungen Anarchosyndkalist/innen, die seit dem 05. September 2009, also seit über 40 Tagen, an einem unbekannten Ort als Geiseln gehalten werden. Den sechs Anarchosyndikalist/innen wird "Internationaler Terrorismus" vorgeworfen, wobei ein in der Nacht zum 25. August 2009 gesprühtes Graffiti an der Griechischen Botschaft in Belgrad, sowie eine wegen eines nicht gezündeten Molotov-Cocktails gesprungene Fensterscheibe.

Dass die inhaftierten Genoss/innen jede Verbindung mit der Tat abstreiten, ändert nichts daran, dass die Polizei wird entschlossen ist, ihre Schuld zu beweisen. Die Bezeichnung eines Graffitis als Terrorakt in einem Land, das vor kurzem noch ethnische Säuberungen, Bombardierungen und Bürgerkrieg erleben musste, könnte als grotesker Trick angesehen werden, wenn den Genoss/innen dafür nicht 15 Jahre Gefängnis drohen würde.

vor dem Serbischen Kulturzentrum

Das erinnert uns daran, dass internationaler Terrorismus von Staaten begangen wird. In der Zeit der Kämpfe im ehemaligen Jugoslawien hatte die CNT-IAA die Politik der Europäischen Union und der USA angeprangert, während die die serbischen Anarchist/innen unterstützt hatte, die gegen Milosevic waren. Sie hatten die Gefängnisse der Milosevic-Diktatur bereits aus den selben Vorwänden, wie heute, kennengelernt. Zu der Zeit hatte die CNT-IAA ihre Solidarität mit den Menschen ausgedrückt, die unter den Bomben als Geiseln der herrschenden Cliquen sterben mussten. Und sie hatte sich gegen alle beteiligten staatlichen Akteure ausgesprochen.

An diesem Samstag haben wir ein Transparent vor der Tür des Serbischen Kulturzentrums entrollt, auf dem stand: "In Paris, wie in Serbien: Staaten sind Terroristen. Freiheit für die Anarchosyndikalisten". Gleichzeitig haben einige das Gebäude gestürmt, entgegen dem Willen des Sicherheitsperonals.

Nachdem die Überwachungskameras ausgeschaltet waren, wurden in der Eingangshalle Parolen gerufen. Dort hingen überall Bilder, eines davon zeigte den faschistischen Diktator Mussolini (eine Anspielung auf die heutige Situation in Serbien?). Da die Polizei schnell da war, entschieden sich die Genoss/innen freiwillig abzuziehen, da das Ziel erreicht war, gegenüber den serbischen Behörden ein Signal zu setzen. Die Genoss/innen der CNT-IAA stürmten dann noch das nahegelegene Fast-Food-Restaurant KFC an Les Halles, wo sie ihre Solidarität mit den illegalen Beschäftigten und allen anderen ausdrückten, die gegen Ausbeutung und für Freiheit kämpfen.

Die Solidaritätsaktionen für unsere gefangenen Genoss/innen werden weitergehen bis sie freigelassen und alle Anklagen fallen gelassen werden.

25. 10. 2009

CNT-IAA Paris,
http://cnt-ait.info

Quelle:
http://www.cnt-ait.info/article.php3?id_article=1729

Übersetzung:
Anarchosyndikat Köln/Bonn (30.10.2009),
http://anarchosyndikalismus.org


Hintergrundartikel:
http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2009/10/18/asi-solidaritaet-aktuell-18102009/
http://anarchosyndikalismus.org/abc/asi-soli2009/index.html,
http://www.anarchosyndikalismus.org/international/serbien/asi-repression2009/index.html


Dieser Artikel ist gemeinfrei bei Nennung der Autor/innen bzw. Übersetzer/innen, sowie der Webseite http://anarchosyndikalismus.org