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Nachfolgend die vorläufige Übersetzung (Stand 03/2007) der

Prinzipien und Ziele der Internationalen ArbeiterInnen-Assoziation (IAA)

1. Die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung, basierend auf dem Klassenkampf, setzt sich zum Ziel alle Arbeiter/innen, welche darum kämpfen sich selbst aus dem Doppeljoch von Kapital und Staat zu befreien, in kämpferischen Betriebsorganisationen zu vereinigen. Ihr Ziel ist die Reorganisierung des sozialen Lebens auf Grundlage des libertären Kommunismus durch die revolutionäre Aktion der Arbeiterklasse. Da nur die Betriebsorganisationen des Proletariats in der Lage sind dieses zu erreichen, richtet sich die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung an Arbeiter/innen wegen ihrer Fähigkeit als Produzenten/innen - den Schöpfer/innen des sozialen Wohlstandes. Sie sollen Fuß fassen und sich dadurch in Oppositon zu den Arbeiterparteien entwickeln, welche erklärtermaßen unfähig zum wirtschaftlichen Wiederaufbau der Gesellschaft sind.

2. Die revolution
äre Gewerkschaftsbewegung ist der treue Feind jedes gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Monopols und hat sich dessen Abschaffung zum Ziel gesetzt. Dies soll geschehen durch die Gründung von Wirtschaftsgemeinschaften und Verwaltungsorganen welche von Arbeiter/innen in Feld und Fabrik betrieben werden. Sie bilden ein System freier Räte, ohne sich einer Autorität oder politischen Partei unterzuordnen oder gar eine solche zu bilden. Als Alternative zu der Politik von Staat und Parteien steht die revolutionäre Gesellschaftsbewegung für den wirtschaftlichen Wiederaufbau der Produktion, indem sie die Herrschaft des Menschen über den Menschen durch die Verwaltung von Dingen ersetzt. Konsequenterweise ist das Ziel der revolutionären Gewerkschaftsbewegung nicht die Eroberung der politischen Macht, sondern die Abschaffung aller Staatsfunktionen im gesellschaftlichen Leben.

Die revolution
ä
re Gewerkschaftsbewegung geht davon aus, dass mit dem Verschwinden des Monopols auf Eigentum auch das Monopol auf Herrschaft verschwinden muss. Und das keine Staatsform, wie auch immer sie sich tarnt, jemals ein Instrument menschlicher Befreiung sein kann. Sondern im Gegenteil: Sie wird immer wieder neue Monopole und neue Privilegien hervorbringen.

3. Die revolution
äre Gewerkschaftsbewegung hat eine zweifache Funktion: Einerseits den alltäglichen Kampf um die wirtschaftliche, gesellschaftliche und intellektuelle Entwicklung der arbeitenden Klasse innerhalb der Grenzen der heutigen Gesellschaft weiter zu entwickeln. Und andererseits die Massen zu befähigen, dass sie in der Lage sind, den Prozess von Produktion und Verteilung unabhä
ngig zu verwalten, wenn es an der Zeit ist von allen Elementen des gesellschaftlichen Lebens Besitz zu ergreifen. Die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung teilt nicht die Vorstellung, dass die Organisierung eines Gesellschaftssystems, das ausschliesslich auf der produzierenden Klasse aufbaut, einfach durch Regierungsanweisung zu regeln sei. Sondern sie behauptet, dass dies nur durch gemeinsame Aktionen aller handwerklich und intellektuell Arbeitenden geschafft werden kann. In jeder Industriebranche muss dies durch die Selbstverwaltung der Arbeiter/innen geschehen, so dass jede Gruppe, Fabrik oder Industriebranche ein selbstbestimmter Teil des größeren Wirtschaftsorganismus ist. Sie betreibt systematisch die Prozesse der Herstellung und Verteilung entsprechend der gemeinsamen Interessen, anhand eines allseits anerkannten Plans und auf der Grundlage gegenseitiger Zustimmung.

4. Die revolution
äre Gewerkschaftsbewegung steht im Gegensatz zu allen organisatorischen Richtungen, die sich am Zentralismus von Staat und Kirche orientieren. Denn diese können nur dazu beitragen das Überleben von Staat und Autorität zu verlängern, sowie die geistige Initiative und das unabhängige Denken systematisch zu ersticken. Der Zentralismus ist eine künstliche Organisation, die die sogenannten Unterklassen denen unterwirft, die sich überlegen fühlen. Er legt die Angelegenheiten der gesamten Gesellschaft in die Hände Weniger - das Individuum wird in einen Roboter mir kontrollierten Gesten und Bewegungen verwandelt. In den zentralisierten Organisationen wird das Wohl der Gesellschaft den Interessen der Wenigen untergeordnet. Vielfalt wird durch Gleichförmigkeit ersetzt und strenge Disziplin tritt an die Stelle persönlicher Verantwortung. Konsequenterweise baut die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung ihre soziale Vision auf die breite Grundlage einer föderalistischen Organisation. Das heisst, eine Organisation wird von Unten aufgebaut, in der Vereinigung aller Kräfte zur Verteidigung gemeinsamer Vorstellungen und Interessen.

5. Die revolution
äre Gewerkschaftsbewegung verweigert jede parlamentarische Aktivität und jede Zusammenarbeit mit gesetzgebenden Organen. Denn sie weiss, dass selbst das freieste Wahlsystem nicht das Verschwinden der klaren Widersprüche im Kern der heutigen Gesellschaft hervorbringen kann. Und weil das parlamentarische System nur ein Ziel hat: der herrschenden Unwahrheit und der sozialen Ungerechtigkeit den Anschein einer Berechtigung zu verleihen.

6. Die revolution
äre Gewerkschaftsbewegung lehnt alle politischen und nationalen Grenzen ab, da sie willkürlich geschaffen worden sind. Sie erklärt, dass der sogenannte Nationalismus bloss die Religion des modernen Staates ist, hinter der die materiellen Interessen der besitzenden Klassen versteckt werden. Die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung kennt nur wirtschaftliche Differenzen, sowohl regionale als auch nationenweite, die Hierarchien, Privilegien und jede Art der Unterdrückung hervorbringen (aufgrund von "Rasse", "Geschlecht" und anderen falschen oder wahren Unterschieden). Im Geist der Solidarität sieht sie das Recht auf Selbstbestimmung für alle wirtschaftlichen Gruppen.

7. Aus dem gleichen Grund k
ämpft die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung gegen Militarismus und Krieg. Sie verbreitet Anti-Kriegs-Propaganda und tritt für die Abschaffung der stehenden Armeen ein, die nur ein Instument der Konterrevolution im Dienst des Kapitalismus sind. Diese werden während der Revolution durch Arbeiter/innen-Milizen ersetzt, die unter der Kontrolle der Arbeiter/innen-Gewerkschaften stehen. Die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung fordert ausserdem den Boykott und ein Embargo aller kriegswichtigen Rohstoffe und Produkte. Ausser die Arbeiter/innen in einem Land sind mitten in einer sozialen Revolution - in diesemFall sollten wir ihnen helfen die Revolution zu verteidigen. Letztendlich vertritt die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung den Generalstreik als Mittel, um Krieg und Militarismus zu widerstehen.

8. Die revolution
äre Gewerkschaftsbewegung erkennt das Bedürfnis nach einer Produktionsweise, die die Umwelt nicht zerstört. Und die versucht die Verwendung nicht-erneuerbarer Rohstoffe so gering wie möglich zu halten und wo immer es möglich ist erneuerbare Alternativen zu verwenden. Das bedeutet nicht, zuzugeben, dass Ignoranz die Ursache der heutigen Umweltkrise ist, sondern der Hunger nach Gewinn. Die kapitalistische Produktionsweise versucht immer die Kosten zu verringern, um mehr Gewinne daraus zu schöpfen und zu überleben. Sie ist daher nicht in der Lage die Umwelt zu schützen. Zusammenfassend gesagt, hat die weltweite Schuldenkrise die Tendenz zur wirtschaftlichen Verwertung zum Schaden der Subsistenz-Landwirtschaft beschleunigt. Diese Tatsache hat die Zerstörung der tropischen Wälder, Hungertod und Krankheiten hervorgebracht. Der Kampf um die Rettung unseres Planeten und der Kampf für die Zersörung des Kapitalismus muss zusammengefü
hrt werden oder alle beide werden scheitern.

9. Die revolution
äre Gewerkschaftsbewegung versteht sich ausdrücklich als Unterstützerin der Methode der direkten Aktion und hilft und ermutigt zu allen Kämpfen, die nicht im Widerspruch zu ihren eigenen Zielen stehen. Ihre Methoden sind: Streiks, Boykotte, Sabotage usw. Die direkte Aktion erreicht ihren tiefsten Ausdruck im Generalstreik, der ausserdem - aus der Sicht der revolutionären Gewerkschaftsbewegung - der Auftakt zur sozialen Revolution sein kann.

10. W
ährend die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung aller organisierten Gewalt unabhängig von der Art der Regierung entgegensteht, sieht sie ein, dass während der entscheidenden Kämpfe zwischen dem heutigen Kapitalismus und dem künftigen freien Kommunismus extreme Gewalttätigkeiten aufeinanderstossen werden. Konsequenterweise erkennt sie an, dass Gewalt als Mittel der Verteidigung gegen jene gewaltätigen Methoden angewendet werden könnte, die die herrschenden Klassen während der Kämpfe einsetzen, die die revolutionären Massen zur Enteignung des Landes und der Produktionsmittel führen. So wie diese Enteignung nur durch direktes Eingreifen der revolutionären Betriebsorganisationen der Arbeiter/innen ausgeführt und zu einem erfolreichen Ende geführt werden kann, so muss die Verteidigung der Revolution ebenfalls die Aufgabe dieser Betriebsorganisationen sein und nicht die einer Armee oder eines quasi-militärischen Organs, das sich unabhängig von ihnen herausbildet.
11. Nur in den wirtschaftlichen und revolution
ären Organisationen der arbeitenden Klasse sind jene Kräfte vorhanden, die in der Lage sind, ihre Befreiung hervorzubringen und die die nötige kreative Energie zum Wiederaufbau der Gesellschaft auf Grundlage des freiheitlichen Kommunismus haben.

Der Name der internationalen Organisation

Die internationale Vereinigung zu Kampf und Solidarit
ät, welche die revolutionären gewerkschaftlichen Organisationen der Welt vereinigt, heißt "Internationale Arbeiter/innen Assoziation (IAA)".

Die Ziele der IAA

Die IAA hat sich folgende Ziele gesetzt:

a) den revolution
ären Kampf in allen Ländern zu organisieren und durchzuführen mit dem Plan, ein für alle Mal die bestehenden politischen und wirtschaftlichen Regime zu zerstören und den libertären Kommunismus aufzubauen.

b) den wirtschaftlichen Gewerkschaftsorganisationen eine nationale und industrielle Grundlage zu schaffen und, wo sie bereits existiert, jene Organisationen zu st
ärken, die zum Kampf um die Zerstörung von Kapitalismus und Staat entschlossen sind.

c) die Unterwanderung der wirtschaftlichen Gewerkschaftsorganisationen durch politische Parteien zu verhindern und entschieden jeden Versuch politischer Parteien, die Gewerkschaften zu kontrollieren, entschlossen zu bek
ämpfen.

d) wo die Umst
ände es erfordern, durch eine Reihe von Aktionen, die nicht im Widerspruch zu a), b) und c) stehen, vorläufige Bündnisse mit anderen proletarischen, gewerkschaftlichen und revolutionären Organisationen aufzubauen, mit dem Ziel gemeinsame internationale Aktionen im Interesse der arbeitenden Klasse zu planen und durchzuführen. Diese Bündnisse dürfen niemals mit politischen Parteien eingegangen werden, also mit Organisationen, welche den Staat als gesellschaftliches System anerkennen. Die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung lehnt die Klassenzusammenarbeit ab, die durch die Teilnahme an Ausschüssen unter staatlicher Wirtschaftsaufsicht charakterisiert ist (wie zum Beispiel bei Betriebsratswahlen). Ausserdem lehnt sie auch finanzielle Unterstützung ab, hat keine bezahlten Gewerkschaftsfunktionäre und betreibt keine der anderen Praktiken, die den Anarchosyndikalismus zerstören kö
nnen.

e) die beliebige Gewalt aller Regierungen gegen jene Revolution
är/innen, die sich für die Sache der sozialen Revolution einsetzen, zu enttarnen und zu bekämpfen.

f) alle Probleme bez
üglich des Weltproletariats zu untersuchen, um Bewegungen in einem oder mehreren Ländern zu stärken und zu fördern, die die Rechte und neuen Herausforderungen der arbeitenden Klasse zu verteidigen helfen oder die revolutionäre Befreiung selbst zu organisieren.

g) Aktionen der gegenseitigen Hilfe im Fall von wichtigen Arbeitsk
ämpfen oder kritischen K
ämpfen gegen offenkundige oder verdeckte Feinde der arbeitenden Klasse zu unternehmen.

h) den Bewegungen der arbeitenden Klasse in jedem Land moralische und materielle Hilfe zu leisten, in dem die F
ührung des Kampfes in den Hä
nden der nationweiten Betriebsorganisationen des Proletariats liegt.

Die Internationale greift nur in gewerkschaftliche Belange in einem Land ein, wenn die Mitgliedsorganisation in diesem Land dies anfragt oder wenn diese Mitgliedsorganisation grundlegende Prinzipien der Internationalen verletzt.


Quelle:
http://www.iwa-ait.org

Übersetzung aus dem Englischen: Anarchosyndikat "eduCat", Köln/Bonn