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Köln: Bildungsstreik (November 2009)

Fotos von der Bildungsstreik-Demo am 17. 11. und der Besetzung der Aula in der Uni, die am Morgen des 20. 11. polizeilich geräumt wurde:



Beim Bildungsstreik verteiltes Flugblatt:

"Selbstbestimmt lernen und arbeiten!

Freie Bildung und gleichen Lohn für alle!

Der internationale Bildungsstreik-Aktionstag am 17. 11. 2009 hat es gezeigt:

Die katastrophalen Zustände in Schulen, Ausbildung und Universitäten treiben allein in Deutschland über 80.000 Menschen auf die Straße.

Wie bereits beim Bildungsstreik im Sommer 2009 wurde in sechzig Städten gegen Studiengebühren, gegen das dreigliedrige Schulsystem und gegen die kapitalistischen Zumutungen der Bologna-"Reform" und anderer Privatisierungskampagnen protestiert. Auch der undemokratische Einfluss von Lobby-Hochschulräten und Privatstiftungen (Bertelsmann / CHE, Neue Soziale Marktwirtschaft) und die Rekrutierungstrupps der Bundeswehr werden abgelehnt.

Gleichzeitig wurden Räume in etwa 50 Universitäten, Fachhochschulen und auch einige Schulen besetzt, die teilweise mit Polizeigewalt wieder geräumt wurden. So riefen in Bonn (17. 11.) und Köln (20.11.) die zuständigen Hochschulrektoren die bewaffnete Staatsgewalt, um die illegalen Raumbesetzungen beenden zu lassen, da diese den Alltag von Forschung und Lehre ein wenig durcheinander gebracht haben. Ein ersthafter Dialog mit den Studierenden war nicht gewollt.

Es hat sich jedoch gezeigt, dass die vom Studierendenparlament gewählte Studierendenvertretung (AStA) in ihrem Selbstverständnis und ihren Aktionen einer selbstorganisierten Bewegung grundsätzlich entgegen steht. Trotz mancher Lippenbekenntnisse für eine kämpferische Streik­bewegung sehen sie sich als die durch Wahlen legitimierten Stellvertreter/innen der Studierenden.

Doch die Vollversammlungen als beschlussfähiges Organ aller am Bildungsstreik Beteiligten sind das direkte Sprachrohr und ihre basisdemokratische Grundlage - im Gegensatz zu den Parteifunktionär/innen und Hochschulbürokrat/innen. Nur durch Blockaden und Besetzungen, durch selbstorganisierte direkte Aktionen kann eine Streikbewegung ihren anfänglichen Schwung beibehalten. Arbeitsgruppen und Delegierte sind hilfreich für bestimmte Aufgaben, aber es muss klar sein, dass sie jederzeit von einer Vollversammlung abgewählt werden können, wenn sie die ihnen gestellten konkreten Aufgaben nicht erfüllen sollten. Rotation ist Pflicht...

Dass ist aber leider nicht so oft der Fall. So hat sich zum Beispiel an der Uni Köln am 19. 11. der AStA-Vorsitzende in einer Vorlesung als freiwilliger Helfer des Rektorats aufgespielt, indem er eine alternative Vorlesungsdiskussion unterbrach und die anwesenden Rektoren ans Mikrophon ließ. Diese stellten der anwesenden Streikversammlung ein Ultimatum bis zum darauffolgenden Abend die besetzte Aula zu verlassen und boten einen kleineren Hörsaal im Keller als Ersatz an.

Der Kuschelkurs des AStA-Vorsitzenden ging sogar soweit, dass er sich gegen den Boykott der Studiengebühren aussprach. Der legale Vertreter der Studierenden lag schließlich gemütlich im Bett als die Polizei nachts um 5 Uhr mit 20 Mannschaftswagen anrückte und die über hundert Studierenden aus der Aula trug. Doch für die Landtagswahl 2010 kündigte er schon Proteste an...

Machen wir Schluss mit Bevormundung und Stellvertretung:

Organisieren wir uns und unsere Bildung selbst - schaffen wir Freiräume zum Lernen und Leben.

Gründet Streikkomitees und Bildungssyndikate!

Freie und kostenlose Bildung für Schüler/innen und Student/innen, Auszubildende und Arbeitslose, Lohnabhängige und Rentner/innen!"


N. N.,
Anarchosyndikat Köln/Bonn,
http://anarchosyndikalismus.org



Themenseite Bildung:
http://anarchosyndikalismus.org/bildung/


Links:
http://www.bildungsstreik-koeln.de,
http://www.bildungsstreik2009.de